Hallo,
Ich habe noch gar nicht von meinem Jordanienurlaub anfang diesen, nein -ya allah- schon letzten Monats, berichtet. Für 4 Tage hab ich mich mit Nicole aufgemacht und wir sind von Amman nach Petra, von dort in die Wüste des Wadi Araba und dann über Aqaba und Eilat wieder nach Jerusalem gefahren.
Amman, die Hauptstadt von Jordanien, ist richtig riesig. So fühlte es sich jedenfalls an. Wir hatten das Glück, eine Mitfahrgelegeneheit von einem unserer deutschen Nachbarn hier zu bekommen, und der hat uns dann in Amman sogar seinen Fahrer zur Verfügung gestellt mit dessen Hilfe wir es einigermaßen problemslos geschafft haben das archäologische Partnerinstitut zu dem, in dem ich in Jerusalem arbeite, zu finden, wo wir übernachteten.
An Altertümern hat Amman nicht viel zu bieten, aber ich fand die Menschen dort unheimlich spannend. 2 Freunde, die in Amman Volontariat machen haben uns die Stadt gezeigt. Wir sind durch Viertel gekommen, die mich an die arabischen Viertel in Jerusalem erinnert haben. Ohne Nachzudenken habe ich sie mit dem Satz kommentiert: “Jetzt sind wir also auf der arabischen Seite.” Logischerweise ist in Jordanien aber alles arabisch.
Die Cafes und Parks der reicheren Viertel unterscheiden sich äußerlich nicht von denen in Paris, Rom oder Berlin. Die Jugendlichen der Oberschicht wählen oftmals sogar Englisch als Umganssprache und nicht Arabisch. Der einzige Unterschied, der offensichtlich ist, sind die Moscheen und die Kopftücher, die viele Frauen tragen, jedoch längst nicht alle. Hier ist ein Bild aus einem Einkaufszentrum

Am nächsten Tag sind wir mit dem Bus nach Petra gefahren. Das ist eine Ruinenstadt, in der die Ruinen aber nicht nur aus alten Steinen bestehen, sondern aus Höhlen, die in die Felsen gehauen sind. Petra liegt in einer Landschaft, die ich jetzt einfach mal als Bergwüste bezeichne. In diese zerklüfteten Felsen sind Höhlen gehauen, manche bis zu 10 Metern hoch mit riesigen Säuleneingängen. Das ganze ist ein Touristenattraktion, die Touristen aus aller Welt anzieht. Und Nicole und ich hatten genauso viel Spass die Touristen zu bestauen, wie die Höhlen. Da gab es indische Großfamilien, die in ihren leuchtenbunten Gewändern auf den Felsen rumgeklettert sind vor denen eine arabische Frau in Vollverschleierung neben ihrem Mann in Shorts, T-Shirt und Hut sitzt, an dem gerade eine asiatische Frau mit besticktem Sonnenschirm vorbeischlendert und sich über eine junge Deutsche wundert, die lachend zu einer Araberin hinüberschaut, die auf ihrem Kopftuch eine Baseballkappe trägt…

Heute leben in einigen Höhlen immer noch Beduinen, von denen die meisten ihren Lebensunterhalt verdienen, indem sie den Touristen Schmuck und andere schöne oder für manchen Geschmack auch weniger schöne
Sachen verkaufen oder Esel- und Kamelreiten anbieten. Die Höhlen sind aber nicht so primitiv, wie sich das Wort Höhle vielleicht anhört. Sie sind wie Räume, mit Eingangstüren und Schränken und Matratzen. Es sieht ähnlich aus wie Einzimmerwohungen in der Jerusalemer Altstadt. Für deutsche Verhältnisse wahrscheinlich doch karg und ärmlich, aber trotzdem etwas anderes als das Wort Höhle suggeriert. Manche haben sogar einen kleinen eingezäunten Vorgarten vor ihrer Höhlenwohung. Nicole und ich haben 2 nette Beduinen kennengelernt, und durften ihre unglaubliche Gastfreundschaft genießen. Auf diese Gastfreundschaft stößt man hier immer wieder. Es ist einfach schön, dass es so normal ist fremde Menschen einfach zum Tee einzuladen. Und obwohl wir zwei junge Mädchen sind mussten wir uns keine der Sprüche und Bemerkungen, die wir aus Jerusalem schon gewohnt sind, anhören. Wir wurden einfach als Menschen und nicht als Frauen behandelt und kein bisschen angemacht. Daher haben wir auch zugestimmt am nächsten Tag einen Jeep zu mieten und in die Sandwüste zu fahren. Das ist unglaublich. Überall Sand.
Und unter dem Sand noch mehr Sand. Wir sind eine Sanddüne hochgeklettert, doch bei jedem Schritt den ich nach oben tun wollte, rutschte ich 2 wieder herunter. Am Ende bin ich ziemlich außer Atem auf allen vieren doch noch oben angelangt und wenn man die Technik raus hat sich durch ein Tuch vor dem herumwirbelnden Sand zu schützen ist es wunderschön. Das Runterrutschen hat mich dann ein wenig an Schlittenfahren erinnert.
Irgendwann haben wir an einer Wasserstelle halt gemacht. Und wie hätte es auch anders sein können mitten in der Wüste ein kleines Feuer gemacht um … Tee! zu trinken. Als wäre das nicht schon bizarr genug, kommen plötzlich Kamelherden zu der Wasserstelle. Das bedeutet, dass sich plötzlich neben uns ca. 50 Kamele getummelt haben, getrunken und im Sand geduscht haben.
Am nächsten Morgen sind wir dann wieder nach Petra gefahren und haben von dort nach einigen Tassen …??? genau, Tee! einen Buss nach Aqaba genommen. In Aqaba waren wir hauptsächlich faul, leider aber nicht am Strand, da es uns amöffentlichen Strand zu unangenehm war vor den Augen der arabischen Familien baden zu gehen, was für Frauen dort nicht unbedingt schicklich ist, und wir zu faul waren einen Privatstrand zu suchen. Wir sind lieber Orangensaft und Fruchtcocktail schlürfend in einem kleinen Cafe sitzten geblieben.
Und das war auch schon mein Jordanienurlaub.
Ich hoffe euch geht’s alles gut.
Viele Grüße, Miriam